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Vom Europark schneller nach Rotterdam

11.07.2016
erstellt von Andre Berends
Aktuelles Logistikportal Niedersachsen e.V.

Der Europark soll besser ans niederländische Eisenbahnnetz angeschlossen werden. Für 20 Millionen Euro wird ein neuer Gleisbogen über den Kanal gebaut. Im Mai 2017 sollen die ersten Züge diese neue Abbiegespur nutzen.

Ein neuer Gleisbogen über den Kanal soll den Euroterminal der Bentheimer Eisenbahn besser an das Hauptgleis der niederländischen Eisenbahn anschließen, das entlang des Coevorden-Vechtkanaals Emmen und Zwolle miteinander verbindet. Zeichnung: Gemeinde Coevorden

Laar/Coevorden. Mit dem Euroterminal betreibt die Bentheimer Eisenbahn im deutsch-niederländischen Gewerbegebiet Europark einen Umschlagplatz für Container. Waren und Güter werden dort von der Straße auf die Schiene verladen und andersherum. Von deutscher Seite kann der Euroterminal über das Gleis der Bentheimer Eisenbahn problemlos erreicht werden. Der Anschluss ans niederländische Schienennetz war bisher jedoch nur über einen Umweg möglich.

Europark-Züge aus oder nach Holland müssen zuerst in den Bahnhof von Coevorden fahren. Der liegt mitten in der Stadt und ist zunächst einmal kein ausgewiesener Güterbahnhof. Dort halten Personenzüge, die zwischen Emmen und Zwolle pendeln. In den kommenden vier Jahren soll der Bahnhof sogar für 15 Millionen Euro umgebaut werden und mit einem grünen, frischen Umfeld einen neuen städtebaulichen Akzent für die historische Festungsstadt Coevorden setzen. Da passen lange Güterzüge, die nur zum Rangieren in den Bahnhof fahren, nicht besonders gut ins Bild.

Wenn die Europark-Züge im Coevordener Bahnhof vom Bentheimer-Eisenbahn-Gleis auf das Gleis der niederländischen Eisenbahn gewechselt sind, fahren sie von dort aus entweder nach Nordosten in Richtung Emmen oder – und das ist meistens der Fall – nach Südwesten in Richtung Zwolle. Von dort aus geht es dann weiter zum Hafen nach Rotterdam, dem größten Tiefwasserhafen Europas. Die Fahrt vom Euroterminal zum Bahnhof ist also im Prinzip ein lästiger Umweg, der viel Zeit und Diesel kostet. Obendrein müssen die Züge dafür über eine alte, fast schon historische, Kanalbrücke fahren.

Damit soll ab Mai nächsten Jahres Schluss sein. Auf Initiative der Niederländer wird zur Zeit ein Gleisbogen gebaut, der den Europark besser an das Hauptgleis Emmen-Zwolle anbindet – und zwar direkt am Europark. Güterzüge sollen dann nicht mehr zum Gleiswechsel in den Bahnhof von Coevorden fahren müssen, sondern fädeln direkt auf die richtige Schiene ein. Der Anschluss ist allerdings ziemlich knifflig. Denn das Hauptgleis verläuft vom Europark aus gesehen auf der anderen Seite des Coevorden-Vechtkanaals. Es wird also eine Eisenbahnbrücke benötigt.

Eisenbahnbrücke derzeit im Bau

Der Gleisbogen besteht aus drei großen Abschnitten, erklärt Henk-Jan ten Brink, der das Projekt für die Gemeinde Coevorden betreut. Er übernimmt zudem ab August die Geschäftsführung der Europark-Betreibergesellschaft. Bereits fertiggestellt ist ein 1,3 Kilometer langes Wartegleis, das parallel zum Hauptgleis am Kanal entlangläuft. Dort können Züge, die in den Europark abbiegen wollen, so lange stehen, bis die Eisenbahnbrücke über den Kanal ausgefahren ist. Der Bau der Eisenbahnbrücke hat bereits begonnen. Die wegen des Schiffsverkehrs schwenkbare Anlage soll Ende März kommenden Jahres fertiggestellt sein. Dann soll auch das Verbindungsgleis zum Euroterminal fertig sein. Es wird ab dem 25. Juli gebaut.

Das Projekt ist nach Angaben von Henk-Jan ten Brink mit 20,8 Millionen Euro veranschlagt. Davon entfallen 9,8 Millionen Euro auf das Wartegleis. Die Eisenbahnbrücke kostet 6,8 Millionen Euro, das Verbindungsgleis 1,8 Millionen Euro. Für Uferschutz, Wegeanpassung und Projektmanagement sind 2,4 Millionen Euro eingeplant. Die Kosten tragen der niederländische Staat (11,5 Millionen Euro), die Provinz Drenthe und die Gemeinde Coevorden (je 4,15 Millionen Euro) sowie die Bentheimer Eisenbahn (1 Million Euro, erwartet werden 500.000 Euro des Landes Niedersachsen).