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Passt besser! Chancen der neuen ISO 9001 für die Logistikbranche

15.07.2015
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Die Generalrevision der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 steht unmittelbar vor dem Abschluss, für September ist die Veröffentlichung der neuen Fassung vorgesehen. Die neue Norm bringt neben vielen Anpassungen und Neuerungen vor allem eines: Eine konsequent verbesserte Anwendbarkeit für Dienstleister.

Was wird besser?

Die revidierte Norm hat den Anspruch, endlich die Produktion von Dingen und die Produktion von Dienstleistungen gleichwertig zu berücksichtigen. Das hat einige entscheidende Konsequenzen:

  • Die neue Fassung wird viel stärker die eigenständige Definition der Qualitätsansprüche eines Unternehmens in den Mittelpunkt stellen und daher deutlich weniger formal sein als bisher. Immer wieder wird hervorgehoben, dass die Art und Weise, wie Anforderungen erfüllt werden, davon abhängt, dass das gewählte Vorgehen angemessen oder relevant ist. Maßstab sind dabei immer die selbstgesetzten Ziele der Organisation und die Ansprüche der Nutzer eines Produkts oder einer Dienstleistung. Organisationen werden künftig als offene Systeme betrachtet, die sich ständig wechselnden Bedingungen anpassen müssen.
  • Folgerichtig fallen eine Menge detaillierter Anforderungen weg: Das Qualitätsmanagementhandbuch und die Festlegung eines „Beauftragten der obersten Leitung“ werden nicht mehr gefordert. Statt kleinteiliger Vorgaben zur Kalibrierung von Messmitteln usw. bestimmt die Organisation künftig selbst, was wann und wie überprüft und gemessen werden muss. Die Unterscheidung von Dokumenten und Aufzeichnungen entfällt; Art und Umfang muss das Unternehmen selbst festlegen.
  • Die Verantwortung der Unternehmensleitung für das Qualitätsmanagement wird gestärkt, und zwar sehr konkret. Das Thema Qualität wird eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft.
  • Aus Lieferanten werden „extern bereitgestellte Prozesse, Produkte und Dienstleistungen“. Die Forderungen dazu berücksichtigen besser die Gegebenheiten heutiger Wertschöpfungsketten (z.B. verlängerte Werkbank).
  • Neue Themen werden integriert, besonders hervorzuheben ist ein neuer Abschnitt zum Wissen der Organisation und die Forderung, sich konkret mit allen interessierten Parteien zu befassen, die Einfluss auf die Ziele einer Unternehmens und seine Qualitätsfähigkeit haben.
  • Die neue Fassung folgt einer einheitlichen Gliederungssystematik, die künftig für alle Normen zu Managementsystemen gilt und die Umsetzung integrierter Systeme vereinfacht. Dies betrifft aktuell die Norm zum Umweltmanagement (ISO 14001), die zeitgleich aktualisiert wird.

Diese Änderungen bzw. Neuerungen erlauben es besonders Dienstleistern, ihr Qualitätsmanagement deutlich besser an die tatsächlichen Bedürfnisse ihres Unternehmens anzupassen. Es kann nachvollziehbarer, realistischer und damit wirksamer werden.

Wann ist es soweit?

Die Neufassung ist für September 2015 angekündigt. Spätestens drei Jahre später darf es keine Zertifizierung mehr nach der alten Fassung geben. Sie haben also Zeit für die Umstellung. Empfohlen wird, turnusmäßig umzustellen, also mit der nächsten Rezertifizierung. Überwachungsaudits und interne Audits sind bereits ab Veröffentlichung möglich.

Die Umstellung auf die neue Norm wird einige Arbeit erfordern, daher sollten Sie nicht zu lange damit warten, die ersten Schritte zu gehen.

Rechtzeitig vorbereitet sein

Der erste Schritt sollte sein, sich genauer mit den Neuerungen zu befassen und Möglichkeiten des Vorgehens kennenzulernen. Die QUBIC Beratergruppe hat sich bereits intensiv mit der Neufassung beschäftigt und bietet drei Qualifizierungsbausteine aus je einer Tagesveranstaltungen an (28.09.2015 | 14.10.2015 | 27.10.2015). Bereits jetzt stehen vier Arbeitshilfen zu den wichtigsten Neuerungen kostenfrei zur Verfügung; weitere Arbeitshilfen befinden sich in der Ausarbeitung.

Nähere Informationen erhalten Sie bei Götz Hendricks, Tel. 0511.16998881 oder per E-Mail hendricks@qubic.eu